Anfrage Gemeindewerke Blackout-Vorsorge und Cybersicherheit

Im Mai diesen Jahres attackierten Hacker:innen erfolgreich das Unternehmen „Colonial Pipeline“ in den USA, verschlüsselten und stahlen die Daten auf den Systemen des Energieunternehmens. An vielen Tankstellen ging der Sprit aus, es bildeten sich endlos lange Schlangen vor den Zapfsäulen. Am Ende war das Unternehmen gezwungen, ein Lösegeld von fünf Millionen Dollar zu zahlen.1

Das klingt erstmal weit weg, doch auch in Deutschland gab es erst vor Kurzem eine ähnliche Attacke:
Im Juli 2021 wurde das Verwaltungsnetz des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit Ransomware attackiert. Bei diesen Attacken versuchen Hacker:innen, die Netzwerke und Computer lahmzulegen, Daten abzugreifen oder zu vernichten und verlangen für das Ende dieser Attacken Lösegeld. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld war mehrere Wochen lahmgelegt, konnte keine Sozialhilfen auszahlen, keine Bürgeranfragen bearbeiten und interne Vorgänge waren kaum möglich.2
Die fortschreitende Digitalisierung unserer Versorgungsnetze hat viele gute Seiten, doch auch gegen die schlechten müssen wir abgesichert sein. Ransomware-Attacken werden immer weiter zunehmen, im Jahr 2018 wurden über 150 Cyber-Attacken auf kritische Infrastruktur in Deutschland gemeldet, und das, obwohl die Meldepflicht nur für große Energieversorger gilt.3

Ein erfolgreicher Angriff in Haßloch wäre für die Bevölkerung enorm schadhaft, dagegen müssen wir uns bestmöglich absichern.


Wir beantragen daher:

  • Eine Auflistung der Maßnahmen, die die GWH auf diesem Gebiet schon eingeleitet hat
  • Die Beauftragung eines White Hat Hackers4, der die Anfälligkeit der Gemeindewerke testet
  • Eine fortlaufende Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen für Phishing-Mails
  • Es gibt aber auch Attacken oder Ereignisse, bei deren Entstehung die Gemeindewerke größtenteils
    machtlos wäre. Bei einem großflächigen Stromausfall in der Region wäre Haßloch von der
    Versorgung abgeschnitten. Daher stellen sich folgende Fragen:
  • Wie sind die Gemeindewerke Haßloch auf ein solches Ereignis vorbereitet?
  • Wie lange kann Haßloch versorgt werden, wenn der Strom großflächig ausfällt?
  • Wie weit ist Haßloch von einer Energieautarkie entfernt, durch die im Notfall die Gemeinde
    versorgt werden kann?
  • Können mit den Betreibern der Freiflächensolaranlage und der Windräder Verträge
    abgeschlossen werden, durch die die Gemeinde Haßloch im Notfall prioritär vor anderen
    Ortschaften versorgt wird?
    Quellen:
    1 https://www.bbc.co.uk/news/technology-57063636
    2 https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/dessau/anhalt/nach-hackerangriff-landkreis￾nimmt-wieder-arbeit-auf-100.html
    3 https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-blackout—angriff-auf-unser-stromnetz-
    100.html
    4 White Hat Hacker suchen im Auftrag von Unternehmen, Behörden, etc. nach Sicherheitslücken und
    decken diese für ihre Kundschaft auf. Sie nutzen ihr Wissen, um zur Verbesserung der Sicherheit
    beizutragen.

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